Produktionsfaktoren

Ökonomie erklärt: Was sind Produktionsfaktoren?

Allgemein sind Produktionsfaktoren alle sachlichen und immateriellen Mittel, die bei Unternehmen zur Produktion von Gütern dienen. Durch den Produktionsprozess werden Produktionsfaktoren in Güter umgewandelt, die dann verkauft werden können. Güter sind dabei in einer allgemeinen Form zu verstehen – neben Sachgüter werden auch Dienstleistungen sowie Rechte und Lizenzen produziert. Neben dem Begriff Produktionsfaktor sind auch die Begriffe Input oder Inputfaktor gebräuchlich. In einer ersten Klassifizierung lassen sich Produktionsfaktoren nach volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten beschreiben.

Die Unterscheidung in volkstwirtschaftliche Produktionsfaktoren

Klassischerweise unterscheidet die Volkswirtschaftslehre seit David Ricardo die Produktionsfaktoren in Arbeit, Boden und Kapital. Unter Arbeit wird ausschließlich menschliche Arbeitskraft (körperliche wie geistige) verstanden. Boden meinte ursprünglich die landwirtschaftliche Anbaufläche, wird aber heute in einem erweiterten Sinn verwendet. Bodenschätze, natürliche Ressourcen oder die Natur / Umwelt allgemein zählen heute sinnvollerweise zum Produktionsfaktor Boden. Der Inputfaktor Kapital beinhaltet in erster Linie Sachkapital wie beispielsweise Maschinen. Geldkapital erfüllt nur eine Zwischenstation, da solches durch Investitionen in Sachkapital umgewandelt wird.

Die drei ursprünglichen Inputs lassen sich weiter unterscheiden in die originären Faktoren Arbeit und Boden und dem derivativen (abgeleiteten) Faktor Kapital. Arbeit und Boden sind originär, da sie „von Natur aus“ vorhanden sind und sich direkt für die Produktion verwenden lassen. Kapital ist abgeleitet, da beispielsweise Maschinen zunächst erst selbst produziert werden müssen, um in einem Produktionsprozess eingesetzt werden zu können. Vor diesem Hintergrund wird in der modernen Volkswirtschaftslehre häufig ein vierter Produktionsfaktor, das Humankapital, als weiterer abgeleiteter Input hinzugefügt. Humankapital beschreibt (erworbenes) Wissen, das für die Produktion genutzt wird. Es ist abgeleitet, da im Vorfeld Zeit und bestehende Fähigkeiten aufgewendet werden müssen, um Wissen zu erwerben. Je nach Fragestellung werden gelegentlich weitere Produktionsfaktoren in der Volkswirtschaftlehre gesondert erwähnt, beispielsweise öffentliche Güter (Infrastruktur, Rechtssicherheit).

Die Unterscheidung in betriebswirtschaftliche Produktionsfaktoren

Die Betriebswirtschaftslehre teilt die Produktionsfaktoren nach dem von Erich Gutenberg vorgeschlagenen Schema – mit Ergänzungen nach Edmund Heinen – ein. Rohstoffe, Hilfsstoffe und Betriebsstoffe bilden dabei die Repetierfaktoren (Werkstoffe), auch Verbrauchsfaktoren genannt, die durch die Produktion verbraucht werden. Sie gehen vollständig im produzierten Gut auf. Daneben existieren Potentialfaktoren (Bestandsfaktoren) wie direkte menschliche Arbeit in der Produktion und sich nicht verbrauchende Betriebsmittel (zum Beispiel Maschinen). Sie können mehrfach in der Produktion verwendet werden.

Repetierfaktoren und Potentialfaktoren bilden zusammen die Elementarfaktoren. Das sind die Inputs, die direkt mit der Produktion zu tun haben. Ergänzend hierzu sind die dispositiven Faktoren, die die Produktion unterstützen. Dazu zählt in erster Linie das Unternehmensmanagement – die Leitung, Unterstützung und Organisation des Unternehmens. Diese Einteilung wurde von Gutenberg zwar für Industriebetriebe erdacht, ist aber analog auf Dienstleistungsbetriebe anwendbar. Allerdings werden dort teilweise andere Begrifflichkeiten verwendet, so ist oft von Leistungsfaktoren die Rede statt von Produktionsfaktoren. Zudem spielt der Quasi-Produktionsfaktor Zeit insbesondere im Handel eine gesonderte Rolle.

Ableitung von Faktorintensitäten und Faktorproduktivitäten

Mithilfe der oben genannten Einteilungen lassen sich auch Kennzahlen für Unternehmen, Branchen oder ganze Volkswirtschaften beschreiben. Eine Faktorintensität beschreibt den Faktoreinsatz eines Faktors in Relation zu den anderen Inputs. So ist eine Branche beispielsweise arbeitsintensiv, wenn der Faktor Arbeit relativ stärker eingesetzt wird. Bei der Faktorproduktivität wird die Ausbringungsmenge ins Verhältnis zum Input gesetzt. So kann beispielsweise die produzierte Menge pro Arbeitsstunde beschrieben werden.